Phaeton-Taxi schließt Ende August

Das Experiment, in Hamburg eine neue Taxizentrale ausschließlich mit Wagen der Oberklasse zu etablieren, ist gescheitert. Phaeton-Taxi wird am 31.8.2013 den Taxenbetrieb einstellen, die Wandlung in einen Limousinen-Service ist ungewiss.

 

Geschäftsführer Myalik hatte große Pläne für das von ihm geleitete Unternehmen „Phaeton-Taxi“: Binnen zwei Jahren wollte man 100 Luxus-Taxen auf die Straße bringen. Gestartet war man einem guten Dutzend VW-Pheatons, später ergänzte man mit S-Klassen von Mercedes. 30 Wagen waren schließlich für die Lohbrügger Fima unterwegs. Doch das Konzept ging nicht auf, weil es sowohl personelle als auch technische Probleme gab. So wies die Vermittlungstechnik des österreichischen Anbieters HALE „viele Mängel“ (Myalik) auf, wobei es z.B. am Wochenende nicht einmal eine Hotline gegeben haben soll. Zwar sei das Abrechnugsprogramm von HALE „perfekt“ gewesen, aber bei der Vermittlung sah man erst mit dem ersatzweise angeschafften System von Autocab Land. Nicht zu lösen war das Personalproblem – man fand einfach nicht genügend Fahrer, die für das anspruchsvollere Publikum geeignet gewesen wären, z.B. im Hinblick auf die Sauberkeit der Wagen. Auch war der Betrieb nicht bereit, die von vielen Bewerbern geforderten „Belohnungen„, also Zahlungen außerhalb der Buchhaltung, zu erfüllen.

 

Letztendlich war binnen eineinhalb Jahre die Auslastung der Fahrzeuge nicht auf den Stand gebracht worden, die vor dem Hintergrund der höheren Anschaffungs- und Unterhaltskosten der Wagen für einen wirtschaftlichen Betrieb notwendig gewesen wäre. Die Hamburger Verkehrsgewerbeaufsicht signalisierte dem Betrieb, dass für die anstehende Konzessionsverlängerung mit Schwierigkeiten zu rechnen sei. Dafür dürfte nicht zuletzt ein Grund das mehrfach anzutreffende Merkmal des Alleinfahrers eine Rolle gespielt haben. Seit dem Rundschreiben der „Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation“ (BWVI) an alle Hamburger Taxenunternehmer aus dem Dezember 2012 wird bei alleinfahrenden angestellten Taxifahrern regelmäßig unterstellt, dass hier die strengen Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes über die zulässige Höchst-Arbeitszeit (48 Stunden pro Woche) immer wieder verletzt würden, weil ansonsten innerhalb dieser Grenzen ein Taxi, zumal ein teures, nicht wirtschaftlich zu betreiben sei.

 

Geschäftsfüher Myalik vermutet, er sei ein Opfer von behördlichen Bestrebungen geworden, die Anzahl der Taxen um bis zu 500 Wagen zu senken. Er bemühe sich darum, zumindest mit 10 Wagen in den Markt der Limousinen-Services gehen zu können. Da aber auch bei diesem „Gelegenheitsverkehr mit Mietwagen“ behördliche Konzessionen nötig sind, bleibt abzuwarten, ob diese Planung vor dem Hintergrund der nicht positiv beschiedenen Konzessionsverlängerung zu realisieren ist.

 

 

 

Text: Clemens Grün

 

Erstveröffentlichung: 4. Juli 2013

 

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