Alte Taxler-Rufnummer

Ein Telegram von Attila

Vegane Köche, die zu Hasspredigern mutieren, sind kein naheliegendes Thema für einen Taxi-Blog. Anders verhält es sich bei Attila Hildmann, der neuerdings eine Handynummer verwendet, die früher ein bekannter Taxiunternehmer nutzte. Mit diesem Mobilfunkanschluss bastelte sich Hildmann jüngst einen weiteren Account beim WhatsApp-Rivalen Telegram. Dieser Messenger ist bei ganz unterschiedlichen Kreisen beliebt: Bei russischen Normalbürgern und iranischen Dissidenten, bei rechtsradikalen Doitschen genauso wie beim Taxigewerbe, der Multikulti-Vorzeigebranche überhaupt.

Die Fertigkeiten des “verrückten Kochs” Hildmann beim Schnippeln von Zucchinis und Möhren können nicht bestritten werden. Vergleichbare technische Fertigkeiten kann er bei seinem neuen Job als bloggender Reichspropagandapups allerdings nicht vorweisen, weswegen plötzlich und ganz unerwartet bei einigen Taxifahrern eine Telegram-Nachricht samt entlarvendem Foto auf deren Smartphones aufploppte.           -> zum Artikel

Hansa Genossenschaftsversammlung

Ivica Krijan aus Aufsichtsrat rausgewählt

Am vergangenen Wochenende hielt Hamburgs Großzentrale eine Genossenschafts-Versammlung ab. In Coronazeiten war das erstmals eine elektronische. Ein paar  Tage lang wurde schriftlich über 14 Anträge wie in einem Internetforum diskutiert, dann abgestimmt. Besonders kontrovers ging es beim ersten und beim letzten Tagesordnungspunkt (TOP) zu: Dem Abwahlantrag gegen den streitbaren Aufsichtsrat Ivica Krijan sowie einem Antrag, eine Teilflotte (“Aktive Teilnehmer”, ATs) bei Hansa aufzulösen.

Zwei Stimmen entschieden, dass Krijan seinen AR-Sitz verliert, und eine große Mehrheit will vom Vorstand die Abschaffung der ATs.

Bei dieser Online-Versammlung nahmen mehr Mitglieder teil als bei den sonst üblichen Präsenzveranstaltungen. Kein Wunder, denn bei Hansa brodelt es.       -> zum Artikel

Mitgliederversammlung beim LHT

Erdogan stürzt Aktas

Der neugewählte LHT-Vorstand

Bülent Aktas, Hamburgs größter Taxiunternehmer und erst seit einem Jahr Vorsitzender des LHT: abgewählt. Sein Vorgänger Michael Erdogan, Besitzer eines Taxis und Inhaber Dutzender Mietwagen-Konzessionen: wieder LHT-Chef. Das ist das Ergebnis der außerordentlichen Mitgliederversammlung des traditionsreichen “Landesverbandes Hamburger Taxiunternehmer” am letzten Freitag.        -> zum Artikel

FFTD vor dem Aus

Tagesordnungspunkt “Auflösung der Genossenschaft”

Am 18. Mai 2019 wurde der FFTD gegründet, genauer gesagt: Der eine Teil, nämlich der eV. Es sollte eine neue Art der Taxler-Vereinigung werden. Eine, die nicht nur redet, sondern auch handelt. Eine “App der Taxifahrer” sollte geschaffen werden als selbstverwaltetes Gegenmodell gegen den ausbeuterischen Plattform-Kapitalismus à la Uber und FreeNow. Dafür sollte als zweites Standbein die FFTD-Genossenschaft gegründet werden. In der zweiten Jahreshälfte 2019 begann die Geno-Gründung, parallel wurden mehrere zehntausend Euro bei gutwilligen Unterstützern eingesammelt. Ein Jahr später steht der FFTD vor dem Aus. Abgestimmt werden soll darüber am 5. September beim Tagesordnungspunkt “Auflösung der Genossenschaft”.      -> zum Artikel

Aus der Handelskammer gewählt

Tasbilek Now Down

Am Nachmittag noch sprach Orhan Tasbilek auf der von ihm angemeldeten Taxidemo “Free Now Down” gegen die Firmenpolitik des App-Vermittlers FreeNow. Nur kurze Zeit später stand fest: Er verliert seinen Platz im Parlament der Hamburger Handelskammer.
Vor drei Jahren war Orhan Tasbilek, damals noch Mehrwagenunternehmer mit Sitz in Stellingen, durch den überwältigenden Wahlsieg der Liste “Die Kammer sind wir!” ins Handelskammer-Plenum gewählt worden. Nun erhielt Tasbilek nur noch 124 Stimmen, sein stärkster Konkurrent Christian Brüggmann (Vorsitzender der “Taxen-Union Hansa”) überrundete ihn mit 210 Stimmen deutlich. Durch die Splittung der Stimmen aus dem Taxigewerbe wird erstmalig seit vielen Jahren kein Taxivertreter mehr in der Handelskammer sitzen. 241 Stimmen wären dafür nötig gewesen.      -> zum Artikel

ARCHIV

Anforderungen an eine “App der Taxifahrer”

Eine neue “gewerbeeigene” Tourvermittlung und eine “App der Taxifahrer” wird nicht funktionieren, wenn es ein Imitat vorhandener App-Vermittlungen wird. Den Organisations-Ansatz der klassischen Taxizentralen haben die neuen App-Vermittler wie FreeNow und Uber dort abgeschaut: Oben ein Bürobetrieb, der Touren sammelt, und unten eine Flotte vereinzelter Taxis, die das wegzufahren haben. Mit großen und größten Summen für Marketing und Marktdurchdringung werden die erst landesweit, dann kontinental und schließlich weltweit agierenden Vermittlungskonzerne das Zentralen-Prinzip auf die Spitze treiben. Eine “App der Taxifahrer” muss die Stärken der neuen digitalen Technik ausspielen und eine De-Zentrale werden. So kann man auch gegen die großen Marketingtöpfe anstinken.   (Link zum Originalartikel aus 2014 wird nachgereicht)