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27.05.2014

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RUFSÄULEN: Autoruf modernisiert die "Minis"

Hamburgs älteste Taxizentale "Autoruf" modernisiert, kurz vor ihrem 100. Geburtstag, ihre Taxiposten-Rufsäulen. Die antiquierten grünen "Minis" mit Festnetzanschluss werden schrittweise gegen moderne Rufsäulen ausgetauscht, die  mit Solarstrom betrieben werden und auf Handy-Mobilfunk basieren. Solche kabellosen Taxi-Rufsäulen lassen sich schneller versetzen, wenn, wie neulich am Bahnhof Altona geschehen, ein Taxenposten verändert oder gar verlegt wird.


Diese in Hamburg fast ins Vergessen geratenen Vermittlungsart ist andernorts deutlich erfolgreicher. So hat erst kürzlich Bernd Ploke, Vorstand der Berliner Taxigenossenschaft "WBT", im DAS-Taxiforum den Tourenanteil der dortigen Rufsäuen-vermittelten Taxifahrten auf 8% geschätzt - weit über den Anteil in Hamburg, der mittlerweile unter 1% liegen dürfte. Dabei ist die direkte Verbindung zwischen Fahrern und Bestellern bei der Kundschaft durchaus beliebt, wie nicht zuletzt der erfolgreiche Markteinstieg der myTaxi-APP-Bestellung belegt.

Sinnvoll wäre eine Renaissance der Rufsäulen als ergänzende, niedrigpreisige Vermittlungsart. Zum Einen würden die über 1000 funklosen Taxen in Hamburg, die sog. "Graupen", wieder verstärkt in das Bestellgeschäft einbezogen - gerade in den Spitzenzeiten, bei überlaufenden Callcentern der Funkzentralen, eine wichtige Maßnahme zur Sicherstellung der Versorgung der Hamburger Taxen-Kundschaft. Zum Anderen sind kurze Anfahrtswege vom nächstgelegenen Posten in Zeiten eines geschärften Umweltbewußtseins begrüßenswert. Für den Autoruf sind die Rufsäulen zudem ein - bisher versteckt gehaltener - Trumpf im Wettbewerb mit dem großen Rivalen "Hansa Funktaxi", der nun aktiviert werden soll.

Bei der Modernisierung der Rufsäulen -  20 bis Ende dieses Jahres, weitere 60 bis Ende 2012 - haben Zentralenchef Günther Möller und Jürgen Kruse, letzterer einst 1. Vorstand beim großen Zentralen-Konkurrenten "Hansa Funktaxi" und nun beim Autoruf zuständig für die Modernisierung verschiedener Bereiche der Grindelhof-Großzentrale, auf Erfahrungen aus München zurückgegriffen. Dort eingesetzte moderne Rufsäulen hat man an den Posten Hofweg und BHF Barmbek ausprobiert. In Abwandelung zu diesen Probier-Säulen werden die künftigen statt mit einem Annahme-Knopf mit einem Transponder bedient. Das hat mehrere Vorteile für den Autoruf: Taxifahrer ohne Rufsäulen-Vertrag und -Zahlung können die Touren nicht mehr annehmen, den Anbietern von gefälschten "Mini-Marken" wird die Geschäftsgrundlage entzogen, und nicht zuletzt lässt sich künftig rückverfolgen, wer eine Rufsäulen-Tour angenommen hat. In der Vergangenheit gab es immer wieder den für Anrufer-Kunden misslichen Umstand, dass Ihnen ein Taxifahrer seine baldige Ankunft ankündigte, dann aber doch den nächsten Anläufer fuhr. Die für die künftige Nutzung der Rufsäulen notwendigen Transponder werden seit Anfang des Monats vom Autoruf gegen eine Kaution von € 50,- abgegeben. Allerdings ermöglichen die Transponder keine Anruf-Annahme im Wagen - wie bisher wird direkt an der Säule mit den Bestellkunden gesprochen.

Durch lokale Werbemaßnahmen wie Artikeln in den Wochenblättern und Infostände soll das Konzept von "Stadtteiltaxen" (so Kruse in internen Schulungen) und eine steigende Nutzung der Rufsäulen auch bei jüngeren Kundenschichten publik und attraktiv gemacht werden. Nicht zuletzt auch bei Hamburgs Taxifahrern, insbesondere bei jenen, die ansonsten nicht die Vermittlungsdienste der Großzentrale am Grindelhof in Anspruch nehmen. An der vielfachen "Mini"-Abstinenz Hamburger Taxifahrer ist nicht nur die jahrelange stiefmütterliche Behandlung dieser Vermittlungsform durch den Betreiber "Autoruf" schuld, die sich in stark abgesunkenen Nutzungszahlen niederschlägt. Auch eine kürzliche Preiserhöhung um € 10,- auf nunmehr € 27,78 netto hat bei jenen Nicht-Autoruf-Taxen, die sich noch die Quartals-Marken für die legale Nutzung kauften, für Verstimmung gesorgt - und so manchen abspringen lassen. Die preislich ähnliche Monatsgebühr für die Flughafen-eigenen Posten an den beiden Terminals (unten)  bietet für maximal € 28,- im Monat jedenfalls deutlich mehr und deutlich lukrativere Touren, als es derzeit die Taxi-Rufsäulen können.

Auch ist derzeit, wenn schon mal angerufen wird, eine Bedienung durch lokale Taxen nicht immer sichergestellt. So beklagen sich beispielsweise Mitarbeiter der "Poletto Weinbar" darüber, dass es immer wieder passiert, dass keiner der Fahrer der auf dem in Sichtweite gelegenen Posten (Kreuzung Eppendorfer Landstraße / Eppendorfer Baum) stehenden Taxen an die angerufene Säule geht - dort warten dann wohl nur "Hansa"- und andere Taxen ohne "Mini"-Marke. Wenn der Anruf nach 30 Sekunden in die Autoruf-Zentrale umgeleitet wird, um dort wie ein normale Funkbestellung weiter verarbeitet zu weden, legen die Poletto-Mitarbeiter auf und versuchten es noch einmal mit einer Bestellung direkt am Posten. Das Ergebnis dieser vergeblichen Versuche dürfte den Verantwortlichen am Grindelhof nicht gefallen: Nach wiederholter Erfolglosigkeit fährt dann kurze Zeit später ein bestelltes Fahrzeug der Billstedter Konkurrenz vor - häufig vom Posten vis-a-vis.

Auch Autoruf-intern gibt es noch Informations und Schulungsbedarf, damit künftig "441011"-Kutscher am Posten Hofweg nicht, wie am letzten Wochenende geschehen, die Annahme einer Rufsäulen-Tour mangels Einweisung in die neue Technik vermasseln.

 

Text + Foto: Clemens Grün

 

Erstveröffentlichung: 18. August 2011

 

 

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