In der Berufungsverhandlung gegen die drei ehemaligen Hansa-Vorstände ging es diesmal ganz schnell. Die Angeklagten zeigten Unrechtsbewußtsein und bekamen in der zweiten Instanz dafür alle Bewährungsstrafen. Damit ist sind die langjährigen "Schwarzen Kassen" von "Hansa Funktaxi e.G." strafrechtlich aufgearbeitet. Politisch sind sie noch lange nicht ausgestanden.
An unwahre Werbebehauptungen haben sich viele schon zu stark gewöhnt. Doch ein Hamburger Taxifahrer wollte die erkleckliche Differenz zwischen dem beworbenen und dem tatsächlich deutlich höheren Treibstoffverbrauch seines neuen Merecedes-Taxis nicht klaglos hinnehmen. Mit langem Atem und einer Rechtschutzversicherung im Rücken siegte David über Goliath. Jetzt muss ihm der Stuttgarter Autobauer die Differenz der versprochenen und der realen Kosten ersetzen.
Mehrere Entscheidungen der letzten Wochen bestimmen die Diskussionen um Farbe und Fremdwerbung auf Hamburger Taxen. Das Hamburger Oberverwaltungsgericht hat mit einem Urteil vom 10. August 2012 die behördliche Praxis der Hamburger Verkehrsgewerbeaufsicht bestärkt. Danach bleibt es grundsätzlich bei der Taxifarbe Hellelfenbein, der auf Taxen zu plazierenden Werbung werden weiterhin enge Grenzen gesetzt. Alle Hansa-Taxen bekommen künftig eine einheitliche Werbebeklebung, und Taxen der "Prima Clima"-Flotte dürfen nun ebenfalls rückwärtig mit Umwelteigenschaften werben.
Noch sind es ein knappes Dutzend, aber nach den Machern sollen es schon in ein paar Jahren einhundert sein: Die Oberklassewagen der "Phaeton Taxi GmbH" sieht man jetzt häufiger auf Hamburgs Straßen. Bei vielen Taxenunternehmern erzeugen sie eine Mischung aus Erstaunen, Furcht und Wut. Ein Besuch in der Firmen-Zentrale in Lohbrügge.
Die behördliche Veranstaltung "Fahrerentlohnung im Taxengewerbe" am 20.Januar 2012 markiert den Beginn einer Zeitenwende im Taxengewerbe. Der thematisch verengte Titel der Veranstaltung darf niemanden darüber hinwegtäuschen, dass nunmehr von Staatsseite zahlreiche illegale Sonderwege im Taxengewerbe im Hinblick auf Entlohnung und fehlenden Arbeitsschutz bekämpft werden. In einem Debattenbeitrag versucht Clemens Grün eine erste Bewertung und einen Ausblick auf die zu erwartende Mechanik des kommenden Umbruchs.
Die Konzessionsverlängerung ereilt jeden Taxiunternehmer, in der Regel alle fünf Jahre. Christian Lüdemann hat dieses bürokratische Prozedere gerade hinter sich und berichtet über die aktuell von der Taxenaufsicht geforderten Unterlagen und Nachweise. Und er ist verstimmt über eine 80%ige Gebührenerhöhung innerhalb von fünf Jahren in Zeiten einer Umsatz-Stagnation im Taxengewerbe.
Kaum ein Thema hat in den letzten Tagen so hohe Wellen geschlagen, wie die derzeitig hitzig geführte Diskussion um Entlohnungsmodelle und die Zukunft des Verhältnisses zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Eine Lagebetrachtung von Marcel Bonacker (angestellter Taxifahrer).
Das Gericht hat harte Urteile gegen die drei ehemaligen Hansa-Vorstände Kruse, Huck und Gieselmann wegen des Betreibens von "Schwarzen Kassen" gefällt und alle drei zu Haftstrafen ohne Bewährung verurteilt. Nur der geständige Gehilfen "Charly" J. wurde mit 6 Monaten auf Bewährung milde verurteilt. Die Härte des Gerichts ist die Folge einer von den Angeklagten und ihren Verteidigern völlig falsch eingeschätzten Rechtslage.
Der ADAC-Taxitest 2011 schlägt hohe Wellen. Die medialen Zustimmungen lassen viele der Ursachen für die kritisierten Zustände außer Acht. Wer ernsthaft an Verbesserungen für die Kundschaft interessiert ist, wird um eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für Taxifahrer und -Unternehmer nicht herumkommen.
Der Deutsche Presserat hat "Spiegel Online" für einen Artikel über Taxifahrer wegen eines "kollektiven, ... abwertenden Urteils" eine "Missbilligung" ausgesprochen. Beschwerdeführer Clemens Grün, Redakteur bei TAXI-MAGAZIN.DE, erläutert die Beweggründe des Beschwerdeausschusses.
Das Gericht lehnte heute erwartensgemäß verschiedene Beweisanträge der Verteidigung ab, nach denen zumeist schon einmal vorgeladene Zeugen erneut vor Gericht aussagen sollten. Daraufhin stellten die Anwälte, eine drohende Verurteilung ihrer Mandanten vor Augen, einen Befangenheitsantrag gegen das Gericht.
Heute wird der Prozess um die "Schwarzen Kassen" von Hamburgs größter Taxenvermittlung fortgesetzt. Beim letzten Verhandlungstag sorgte die Aussage des aktuellen Vize-Chefs Thomas Lohse für Aufsehen, der erst zugab, früher die Buchhaltung der "Schwarzen Kassen" selbst geprüft zu haben und dann die weitere Zeugenaussage verweigerte. Die Richter möchten am liebsten heute die Beweisaufnahme schließen.
Hamburgs älteste Taxizentale "Autoruf" modernisiert, kurz vor ihrem 100. Geburtstag, ihre Taxiposten-Rufsäulen. Die antiquierten grünen "Minis" mit Festnetzanschluss werden schrittweise gegen moderne Rufsäulen ausgetauscht, die mit Solarstrom betrieben werden und auf Handy-Mobilfunk basieren. Solche kabellosen Taxi-Rufsäulen lassen sich schneller versetzen, wenn, wie neulich am Bahnhof Altona geschehen, ein Taxenposten verändert oder gar verlegt wird.
Seit der Taxiposten am Bahnhof Altona vor etwa zwanzig Jahren in die Sackgasse zwischen Bus- und Fernbahnhof verlegt wurde, gibt es Probleme mit der mangelnden Kapazität. Weil die Anzahl der Stellplätze zu gering war, standen die Taxen teils bis in die Postenzufahrt und behinderten Stadtbusse. Die Straßenverkehrsbehörde hat das Problem auf eigenwillige Weise gelöst: Sie reduzierte die Bereitstellungsfläche für Taxis drastisch.
"Mindestens einer lügt hier", war der einhellige Kommentar von Richter und Staatsanwältin, nachdem der frühere Hansa-Aufsichtsrat Manfred Bley als letzter Zeuge des zweiten Verhandlungstages gegen drei ehemalige Hansa-Vorstände wegen Untreue seine Sicht der Rolle des Aufsichtsrates in der sogenannten Schwarzgeld-Affäre dargestellt hatte. Vom legendären genossenschaftlichen Zusammenhalt war nicht viel zu spüren. Zwar beteuerten alle drei aussagewilligen Aufsichtsratsmitglieder wortreich ihre weitgehende Ahnungslosigkeit, auch in Bezug auf die Schwarzgeldbeschaffung. Bei der Darstellung ihrer Aufklärungsbemühungen offenbarten sich aber neben Erinnerungslücken auch weitgehend divergierende Wahrnehmungen der Vorgänge.
Beim heute weiter laufenden Prozess gegen ehemalige Größen der umsatzstärksten Hamburger Taxivermittlung "Hansa Funktaxi eG" (HFT) werden jetzt und an den nächsten Verhandlungstagen eine Reihe wichtiger Genossenschafts-Mitglieder vernommen. Vorgeladen sind auch der aktuelle Vorstands-Vorsitzende Dirk Schütte sowie der seit 2006 amtierende Aufsichtsrat-Vorsitzende Thomas Hofschulte. Letzterer war von den Angeklagten am vergangenen Mittwoch schwer belastet worden.
Das Empfinden der Kunden, ob eine Dienstleistung besonders günstig oder teuer angeboten wird, ist subjektiv. Als Maßstab dient oft der Preis eines ähnlichen Angebots in einer anderen Region. Der Hamburger Taxitarif wird im Städtevergleich meist als teuer empfunden, weil die Vergleiche häufig nur auf der Basis der Kilometer-Preise angestellt werden. Wird die preissenkende Hamburger Karenzminute zur Beurteilung mit herangezogen, zeigt sich, dass Taxifahren in Hamburg sogar günstiger ist als in vergleichbaren Städten. Wir veröffentlichen hier unsere Ergebnisse als Tabellen auf der Basis unserer Testfahrten aus dem Vormonat Mai 2011.
Ein von TAXI-MAGAZIN.DE in Zusammenarbeit mit Taxi Altona durchgeführter Test zu den Auswirkungen des Fortfalls der verkehrsbedingten Wartezeit hat ein klares Ergebnis zu Tage gefördert: Die finanziellen Einbußen der Hamburger Taxifahrer sind gravierender als von Vielen erwartet.
Die Abschaffung der verkehrsbedingten Wartezeit im Hamburger Taxitarif vor zehn Jahren sollte den Kunden genau kalkulierbare Preise bescheren. Durch die Sicherheit vor unerwarteten Preisschwankungen hoffte man neue Kunden zu gewinnen und so die Auftragslage zu verbessern. Das gewagte Experiment wurde von den Verantwortlichen mit wenig Engagement und Sachkenntnis durchgeführt. Der Preis, den das Hamburger Taxengewerbe dafür zahlt, ist weitaus höher als erwartet, wie Testfahrten von TAXI-MAGAZIN.DE jetzt ergaben.
Die Taxameterdaten sollen sicher sein gegen Manipulationen - das ist der Kern des Konzeptes vom Fiskaltaxameter. Doch die inkonsequente Umsetzung eröffnet, ausreichender Wille zur illegalen Tat vorausgesetzt, auch künftig zahlreiche Möglichkeiten zur Verkürzung der offiziellen Einnahmen - und können sogar Umsatzverkürzungen begünstigen.
Bürgerschaft und BSU machen den Weg frei zur großflächigen Einführung des sogenannten Fiskaltaxameters in Hamburg. Durch eine Computer-Signatur soll es künftig ausgeschlossen werde, dass Taxameterdaten heimlich nachträglich verändert werden. Die Befürworter hoffen, durch die Verknüpfung von Tour-, Personal- und Ortsdaten nicht nur den kleinen Steuer-Schummlern das Leben schwer zu machen, sondern besonders die als Bestandteil des Geschäftsmodells großer Taxenbetriebe vermuteten systematischen Verletzungen von Steuer- und Arbeitszeitrecht aufzudecken.
"Spiegel Online"-Autor Tom König regt sich in seiner heutigen Kolumne "Warteschleife" über "Serviceknalltüten" bei Hamburger Taxifahrern auf. Seine heute veröffentlichten Negativ-Erlebnisse garniert er allerdings mit einer gehörigen Portion Ahnungslosigkeit und Herrenreiter-Attitüde. Eine subjektive Kolumnen-Kritik von Clemens Grün.
Streit paradox um die diesjährige Tariferhöhung: Die BSU möchte möglichst schnell eine Tariferhöhung für die Hamburger Taxen erreichen - und die Gewerbevertreter sind dagegen. Sie fordern stattdessen die Streichung der Karenzminute.
Der Prozess gegen die ehemaligen Hansa-Vorstände Kruse, Gieselmann und Huck wegen der "schwarzen Kassen" wurde am 16.3.2011 eröffnet. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage gegen die drei sowie zwei Helfer wegen "Untreue" erhoben. Der Antrag der Verteidiger auf Einstellung des Verfahrens wurde vom Gericht abgelehnt.
In einem persönlichen Meinungs-Beitrag kommentiert SVEN ALTHORN, Taxi-Unternehmer und Vorstand bei "Taxi Altona e.G.", seine Sicht auf das Thema "Umwelttaxen".
Eine Lücke soll geschlossen werden: Für das Hamburger Taxen-Gewerbe werden hier ab sofort aktuelle Nachrichten, faktenreiche Hintergrund-Berichte und viele unterschiedliche Meinungsartikel veröffentlicht.
FISKALTAXAMETER: Tesymex profitiert von deutlichen Zuwächsen
Die Hamburger Verkehrsgewerbeaufsicht in der "Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation" hat heute Zahlen über die aktuelle Zunahme an Fiskaltaxametern veröffentlicht. Von der Zunahme und einem Umschwenken des Hansafunks profitiert insbesondere der Hamburger Anbieter Tesymex. Viele Unternehmer der Grindelhof-Großzentrale könnten dagegen bei der Fiskaltaxameter-Förderung leer ausgehen.